Everybodys Golf: World Tour Review - PlayStation 3 (15.04.2008)Golf. Jahrzehnte lang galt der in Schottland entwickelte Sport als ein elitärer und teurer Zeitvertrieb für Weiße. Es musste mit Tiger Woods erst ein dunkelhäutiger Spieler kommen, damit das verstaubte Image des Sports abgelegt werden kann. Dieser Tiger Woods wird in Amerika wie ein Popstar gefeiert und ist einer der reichsten Sportler der Welt. Auf der Konsole spielt der Tiger aber eine untergeordnete Rolle. Sein PGA Tour muss sich dort immer wieder gegen die Everybodys Golf Reihe behaupten. Dieses bringt der Entwickler Clap Hanz zum ersten Mal auf die neuste Konsole von Sony.Als großer Fan der Everybodys Golf Serie, die in Japan unter Minna no Golf und in Amerika als Hot Shots Golf bekannt ist, startet man einfach schnell das Spiel und fühlt sich gleich zu Hause. Huch … oder auch nicht. Wer zu schnell weiterklickt und nicht bemerkt, dass er die neue Steuerung gewählt hat, der wird sich schnell wundern. Entwickler Clap Hanz hat nämlich neben der traditionellen Steuerung, die auch viele andere Golfspiele anwenden, eine „neuartige“ Steuerung eingeführt. Bei dieser Steuerung achtet ihr nicht mehr die sich füllende Linie am unteren Bildschirmrand, sondern auf die Bewegungsabläufe des Golfers. Die Steuerung sieht zwar anders aus, besteht am Ende weiterhin aus drei Getimten drücke auf die Tasten. Verpasst man den Zeitpunkt des letzten Drucks des Buttons, dieser ist zuständig für die Präzession, fliegt der Ball vielleicht nur einige Zentimeter weit oder driftet extrem nach links oder rechts ab. Wer auf die klassische Steuerung steht, der sollte sich, wenn er zuletzt die PSP-Fassung gespielt hat, in acht nehmen. Das Timing ist bei der PlayStation 3 komplett anders und indirekter. Nach einiger Eingewöhnungsphase geht aber auch dies schnell von der Hand. Spieler der klassischen Variante haben zudem den Nachteil, dass die Schläge etwas kürzer sind als bei der neuen Variante. Nicht nur die Optik von Everybodys Golf: World Tour deutet auf einen arcadelastiges Spiel hin. Spektakulär Schläge, viele Hole in Ones und abgefahrene Charaktere sucht man bei der PGA Tour Serie vergebens - bei Everybody's Golf: World Tour gibt es dies als wäre es selbstverständlich. Der ansonsten relativ dröge Sport wird bei dem Clap Hanz Spiel durch die Emotionen der Spieler deutlich aufgepeppt. Schafft mein ein Loch unter Par, dann freuen sich die typischen japanisch angehauchten Figuren wie wild - bleibt man deutlich über Par, dann muss auch gerne mal das Eisen des Spieles dran glauben. Was bei Everybodys Golf: World Tour negativ auffällt, ist der geringere Umfang bei dem neusten Teil der Serie. Wuchsen die Kurse und freispielbaren Dinge in den letzten Teilen stätig an, muss man sich bei der PlayStation 3 Version mit sechs Kursen und 15 Golfern „zufrieden“ geben. Diesen Umstand mussten viele Spiele-Serien nach dem Sprung auf die nächste Generation erfahren. Trotzdem reichen die vorhandenen Kurse für langen Spielspaß. Die verfügbaren Spielmodi bei Everybodys Golf: World Tour sind „alte Bekannte“. Turniere, einzelne Spiele und den Karriere Modus – bis dahin gibt es nicht wirklich Neues. Wer aber gerne über das Internet spielt, wird dafür belohnt. Dort kann man mit einem angepassten Charakter an den Start gehen und mit bis zu 50 Leuten an Turnieren teilnehmen. |
Grafik: 88%
Gameplay: 82%
Sound: 85%
Spielspaß: 89%
86%