Lost Planet Review - PlayStation 3 (01.03.2008)Vor rund 14 Monaten beglückte uns Capcom mit der Xbox 360 Version von Lost Planet. Einem extrem kurzweiligen Spiel mit reichlich was für die Augen und Ohren. Nachdem sich die PlayStation 3 mittlerweile ausreichend verkauft hat, scheint sich auch eine entsprechende Umsetzung für Capcom zu lohnen. Wer aber nun Verbesserungen erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein.Lost Planet beginnt genauso bombastisch wie dramatisch. Ihr steuert den jungen Soldaten Wayne und befindet euch auf einer Expedition mit einigen Kameraden samt ihren Virtual Suits (kurz: VS), die nicht mehr, aber auch nicht weniger als Mech-Kampfboliden darstellen, wie man sie auf zahlreichen Anime- oder auch Spieleserien kennt. Zu dem kleinen Kampftrupp gesellt sich auch der eigene Vater, dem im Laufe der kurzen, aber spielbaren Einführung das Leben von einem überdimensionalen Wurm namens „Green Eye“ genommen wird. Während ihr selbst noch Glück im Unglück habt und fliehen könnt, fallen sämtliche Kameraden und ihr befindet euch zu Beginn von Mission 1 in einer fremden Station und lernt mit Yuri, Luka und Rick neue Freunde kennen. Inzwischen ist der „Everlorene Planetu“ allerdings überfüllt mit riesigen Insekten, sogenannten Akriden, die die Gegend unsicher machen. Im neuen Quartett gilt es also, ihnen die Stirn zu bieten, während Wayne selbst sich nur brückstückhaft an vergangene Tage erinnert. Auch wenn ihr in einem vermeintlichen Vierertrupp auftretet, seid ihr in den insgesamt elf Missionen komplett auf euch allein gestellt. Stets startet ihr mit einem Maschinengewehr, zehn Granaten und eurem durchaus interessanten Kampfanzug. Da der komplette Planet, abgesehen von wenigen Höhlen, komplett vereist und verschneit erscheint, würden euch die immensen Minusgerade innerhalb kürzester Zeit in den Tod treiben. Und eben jene Rüstung hält euch kuschelig warm, verbraucht dafür allerdings auch Energie. Jeder getötete Gegner hinterlässt eine orangefarbige, klebrige Masse, die ihr aufnehmen könnt und so euren Vorrat an Wärmeenergie auffüllt. Zunächst macht das Prinzip zwar den Anschein einer gewissen Hektik, da schließlich stets oben links auf dem Bildschirm ein Counter runterläuft, doch schnell werdet ihr merken, dass es nur in äußerst prekären Fällen nötig ist, euch zu beeilen. Praktischerweise füllt euer Kampfanzug auch eure Lebensanzeige, sobald ihr Treffer einstecken musstet. Die Missionen laufen größtenteils nach demselben Schema ab. Nach einer kurzen Einführung werdet ihr auf die Gegner losgelassen und dürft bzw. müsst zuguterletzt einen großen Bossgegner, meist Mechs oder riesige Insekten, plätten. Und da dies nicht immer ohne Weiteres möglich ist, werdet ihr immer wieder auf stillgelegte Virtual Suits treffen, deren Feuerkraft ihr euch zunutze machen könnt. Mit maximal zwei Waffen gleichzeitig, ob nun Gatling Gun, Raketenwerfer, EMP oder Schrotflinte, heizt ihr euren Gegenübern mächtig ein. Je nach Mech-Art verfügt ihr zusätzlich über besondere Fähigkeiten. Mit dem einen könnt ihr besonders hoch springen, mit dem nächsten kurz in der Luft schweben und dem dritten etwa sehr schnell ausweichen. Zwar ist die Steuerung etwas behäbig, doch genau so erwartet man es auch von einer solchen Kampfmaschine. Etwas anders sieht es dann schon bei der Steuerung per pedes aus. Wayne bewegt sich zwar recht schnell und flink, allerdings hätte ihm ein etwas weitreichenderes Aktionsgefüge nicht geschadet. Oftmals steht ihr nämlich unter ständigem Raketenbeschuss, dem es alles andere als einfach auszuweichen ist. Eine stylishe Rolle in sämtliche Himmelsrichtungen hätte dem Ganzen gut getan. So muss man sich lediglich auf das Ducken und den stets paraten Enterhaken verlassen, mit dem sich Wayne in Windeseile über kurze Distanzen von A nach B katapultiert und dabei automatisch einen Sprung in die Höhe ausführt, um eventuell höher gelegende Ebenen zu erreichen. Das Anvisieren mittels des Fadenkreuzes ist etwas ungewohnt und nicht ganz ideal. Da die Kamera, die mit dem rechten Analogstick gesteuert wird, nicht sofort mitfährt, sondern einen kleinen Toleranzbereich besitzt, werden sich geübte Spieler erst einer Umgewöhnungszeit unterziehen müssen, wenngleich sie nicht besonders fatal ist. Anfänger dürfen sich die Auto-Aiming-Funktion einschalten. Ansonsten habt ihr stets alles gut im Blick und könnt sogar mit den beiden Schultertriggern 90°-Drehungen ausführen, um euch schneller zu drehen und eure Gegner, seien es die Akriden oder auch menschliche Kontrahenten, schnell mit Blei vollzupumpen. Der Schwierigkeitsgrad ist bereits auf „Normal“ ganz ordentlich und ihr werdet euch vor allem bei den Minibossen des öfteren tot wiederfinden. In den normalen Gefechten werdet ihr fast immer genug Zeit haben, euch zu regenerieren und dem nächsten Stoßtrupp ohne größere Probleme entgegentreten. Lost Planet gehörte auf der Xbox 360 zu den technisch beeindruckensten Titeln der aktuellen Generation, vor allem wenn ihr über einen HDTV samt einem ordentlich Audio-Equipment verfügt. Die PlayStation 3 Version hat dabei leider nicht nur durch den angesetzten Staub an Attraktivität verloren, sondern auch durch vermehrt flimmernde Kanten und schlechtere Texturen. Trotzdem sind die Schneelandschaften wunderbar anzuschauen. Der ständige Schneefall und die wirklich herausragenden Explosionseffekte sind beinahe Grund genug, sich Lost Planet zuzulegen. Wenn es dann noch ordentlich aus den Boxen dröhnt, bleibt ein Action-Erlebnis, das nicht viele Spiele bieten, was nicht zuletzt dem guten Soundtrack zu verdanken ist. Zum Trost erhalten die PlayStation 3 Besitzer alle Multiplayer Modi, die man sich als Xbox 360 Käufer noch erkaufen musste. |
Grafik: 82%
Gameplay: 81%
Sound: 89%
Spielspaß: 78%
80%