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God of War Review - PlayStation Portable (20.03.2008)

Die PlayStation 2 hat mit den ersten beiden Teilen von God of War eindrucksvoll bewiesen, dass unmögliches möglich ist und das die schwarze Lady noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Um die Wartezeit bis zum Erscheinen von God of War 3 zu verkürzen und sicherlich auch, um die Verkaufszahlen der PSP ein wenig anzukurbeln, schickt das Entwicklerstudio Ready At Dawn den furchlosen Spartaner Kratos ab dem 26. März 2008 erneut in den Krieg. Wir haben bereits alle Schlachten geschlagen, jeden Endgegner besiegt und verraten euch in unserem Testbericht, warum God of War: Chains of Olympus ein Must-Have-Titel ist.

Bevor wir uns jedoch den aktuellen Geschehnissen widmen, vorab ein kurzer Rückblick. In God of War 1 hat Kratos mit seinem Erzfeind Ares, Gott des Krieges, noch eine Rechnung zu begleichen. Kratos ist zwar ein mächtiger Krieger, der viele Schlachten geschlagen und noch mehr Gegner getötet hat, muss aber mit einem klitzekleinen Defizit leben – er ist sterblich und Ares eben nicht. Also zieht Kratos los, um die Büchse der Pandora zu finden. Damit kann Kratos Ares letztlich in die Knie zwingen. God of War 2 knüpfte nahtlos an die Ereignisse aus Teil 1 an. Nachdem die Götter an Kratos Verrat geübt haben und ihn nicht wie versprochen von seinen Alpträumen erlösen, nimmt er es erneut mit den Mächtigen des Olymps auf, bis er schließlich Zeus persönlich gegenübersteht. Während GoW2 Fragen beantworten konnte, die GoW1 offen ließ, blieb ein Aspekt bisher völlig offen. Wie ist aus Kratos der Mann geworden, der er heute ist? Das klärt God of War: Chains of Olympus, das als Prequel der ersten beiden Teile zu verstehen ist.

Chains of Olympus beginnt in Stadt Attika, in der sich Spartaner und Perser eine erbitterte Schlacht liefern, als plötzlich ein Feuerball auf die Erde einschlägt und sich daraufhin der Himmel verdunkelt. Natürlich fällt ein Feuerball nicht einfach so auf die Erde und so wird schnell klar, dass die Götter ihre Finger im Spiel haben. Doch warum Helios, Gott der Sonne, verschwunden ist und warum Morpheus, Gott der Träume diese Chance nutzen will, um die Macht an sich zu reißen, erfahrt ihr im weiteren Spielverlauf. Richtig spannend wird es jedoch erst, wenn Hades, Gott der Unterwelt, seine Liebste Persephone anfangen mitzumischen. Und auch die Titanen sind wieder mit an Bord. Ein Mensch, der Kratos sehr nahe steht und einen Wendepunkt in Kratos Handeln darstellt, wird ebenfalls vorgestellt. Wer das ist, wollen wir aber an der Stelle nicht verraten.

Im Vergleich mit der PlayStation 2 wirkt die Story jedoch zu knapp erzählt. Zwar verwöhnen uns die Entwickler auch auf der PSP mit tollen Renderfilmchen, diese fallen auf Grund der geringen Speicherkapazität der UMD natürlich nicht so üppig aus, wie bei den beiden großen Brüdern. In punkto Gameplay braucht ihr hingegen keine Abstriche hinzunehmen. Die Entwickler haben es geschafft, dass Spielgefühl 1:1 auf Sonys Handheld umzusetzen. Ihr könnt genauso herrlich durch die grafisch aufwändigen Level laufen, springe und töten, wie auf der PS2. Nach wie vor ist Kratos mit seinen beiden Schwertern ausgerüstet, die mit Ketten, auch bekannt als Klingen des Chaos, an seinen Unterarmen befestigt sind. Diese todbringenden Schneiden eignen sich sowohl im Nah- als auch im Fernkampf und lassen sich zu aberwitzigen Combos koppeln, um eure Feinde der Reihe nach wie die Fliegen ins Jenseits zu befördern. Obwohl die Gegner euch oft in größeren Gruppen auf den Pelz rücken, stellen diese selbst auf dem Schwierigkeitsgrad Gott keine große Herausforderung dar. Irgendwie wirkt die KI nicht ganz ausgereift. Das manifestiert sich auch in herumstehenden Gegnern, die nicht gewillt sind anzugreifen. Das war auf der PS2 noch anders und besser. Doch Kratos verhilft seinem Blutdurst nicht nur durch seine Chaosklingen Nachdruck, sondern kann auch auf Magie zurückgreifen. Für Chains of Olympus hat Kratos noch mal die Zauberschule aufgesucht und hat einen neuen Zauberspruch auf Lager, den Efreet, der besonders optisch eine Augenweide darstellt. Es handelt sich dabei um einen Feuerzauber, der alle Gegner in einem bestimmten Radius zu Asche verarbeitet. Magie sei Dank, könnt ihr mit dem Sonnenschild Gegner sogar aus der Ferne angreifen. Zauber und Waffen können durch das Aufsammeln von Orbs aufgewertet werden, so dass Kratos im Laufe des Spiels neue Angriffmoves erlernt. Orbs sind kleine rote Energiekugeln, die von bezwungenen Gegnern hinterlassen werden, oder in Schatztruhen gefunden werden können. Während ihr es euch auf der PS2 gut überlegen musstest, welche Waffe oder welchen Zauber ihr verbessern wollt, ist das auf der PSP egal. Bis zum finalen Endgegner hat Kratos alles auf das Maximum gebracht. Kratos’ Lebensenergie und seine magischen Fähigkeiten könnt ihr durch das Aufsammeln von Gorgonenaugen bzw. durch Phönixfedern verbessern. Während diese auf der PS2 meist gut versteckt waren, stehen diese auf der PSP ganz offensichtlich herum. Irgendwie lohnt es sich gar nicht mehr nach geheimen Verstecken zu suchen, da ihr bis zum Schluss beides bis zum Maximum ausgebaut habt.

Bei der Steuerung mussten die Entwickler die zwei fehlenden Schultertasten kompensieren. Das ist erstaunlich gut gelungen. Ihr werdet weder den zweiten Analogstick, noch die beiden fehlenden Schultertasten vermissen. Mit dem kleinen Analogstick der PSP funktionier ist die Steuerung unseres Alter Ego äußerst präzise, so dass sich Kratos nach kurzer Eingewöhnungszeit trotz der anderen Tastenbelegung wie auf der PS2 steuern lässt. Hinzu kommt noch, dass der Analogstick nicht ganz so sensibel reagiert, so dass die Balanceeinlagen, von denen es nur sehr wenige gibt, keine wirkliche Herausforderung darstellen.

Das Speichersystem wurde bei Chains of Olympus ebenfalls von der PS2 übernommen, was aber irgendwie sinnfrei ist. Das Speichern ist nämlich nach wie vor nur an bestimmten Stellen im Spiel möglich, die mal mehr, mal weniger weit auseinander liegen. Auf der PS2 ist das ja noch logisch, oder wer will seine Konsole schon tagelang eingeschaltet lassen. Die PSP könnt ihr hingegen jederzeit in den Standby-Modus schalten und so quasi nach belieben „speichern“. Zwar geht das zu Lasten des Akkus, aber wer im Bus oder der Bahn unterwegs ist und aussteigen muss, nimmt diese Möglichkeit gerne an und den Nachteil in Kauf. Apropos Akku: Dieser wird von God of War ziemlich schnell ausgesaugt, da das Spiel mit 333 MHz läuft. Des Weiteren haben die Entwickler die großzügigen Checkpoints beibehalten, die euch im Falle eures Ablebens nicht dazu zwingen den kompletten Level erneut zu spielen. Zudem könnt ihr vor einem Bossfight eure Lebens- und Zauberenergie auffrischen.

Was God of War auf der Playstation groß gemacht hat, führen die Entwickler auch auf der PSP konsequent fort. Gigantische Spielareale, mit unglaublicher Weitsicht, gepaart mit prunkvollen Bauten, Höhlen und Unterwasserwelten. Es ist wirklich unglaublich, was Ready At Dawn aus der PSP herauskitzeln. Ihr müsst Chains of Olympus live, in Farbe und bunt gesehen haben, da die Bilder die technische Brillanz nur ansatzweise wiederspiegeln können. Die monströsen Endgegner haben den Sprung auf die PSP leider nicht ganz geschafft. Lediglich der Basilisk der Perser, den ihr im ersten Level bezwingen müsst, entspricht in Größe und Stärke denen der PS2. Somit haben die Entwickler ihr Wow-Potential recht schnell ausgeschöpft. Schade. Die restlichen Endgegner inklusive des letzten Oberfieslings sind zwar durchaus anspruchsvoll, sehen toll aus und wurden auch wunderschön animiert, sind aber eben nicht bildschirmfüllend und wirken dadurch nicht so beeindruckend. Wenn man mit den Entwicklern hart ins Gericht gehen will, dann kann man ihnen einen gewissen hang zur Einfallslosigkeit vorwerfen. Insbesondere beim Leveldesign hat die Kreativität ein wenig nachgelassen, da das letzte Drittel mit sich wiederholenden Levelpassagen aufwartet und kaum noch Abwechslung zu bieten hat. Aber warten wir ab, vielleicht haben sich Ready At Dawn die guten Ideen für God of War 3 aufgehoben. Ansonsten steht die PSP grafisch dem großen Bruder in nichts nach.

Spielerisch läuft ebenfalls alles nach dem schon bekannten Muster. Kratos haut seine Gegner schonungslos zu Brei. Erst wird getötet und dann gefragt. Dass dabei der rote Lebenssaft in Strömen fließt gehört zum Programm. Doch auf der PSP wurde das Zerstückeln und Gliedmaße Abreißen ein wenig zurückgefahren, was aber nicht bedeutet, dass weniger Blut fließt. Denn mit Brutalität wird nicht gegeizt. Genauso verhält es sich mit den Rätsel- und Puzzleeinlagen, die erheblich reduziert wurden, wodurch der Actionanteil deutlich zugenommen hat. Im Prinzip nicht schlecht, doch hätte ich mir mehr Aufgaben gewünscht, die meinen Gehirnschmalz gefordert hätten, als das bekannte Kisten herumschieben, oder Schalter umlegen. Reduziert wurde auch die Spieldauer, die bei rund fünf bis sechs Stunden liegt. Wenn ihr nicht gerade nonstop zocken wollt, habt ihr Chains of Olympus locker an zwei Tagen durch.

Beim Soundtrack zeigen die Entwickler hingegen keine Blöße. Auch auf Sonys Handheld verzaubert der imposante Musikscore euer Gehör, der sich durchaus mit aufwändigen Hollywoodproduktionen eines Hans Zimmer messen kann. Um in den vollen Genuss des Soundtracks zu kommen solltet ihr aber mit guten Kopfhörern spielen, da die Fitzellautsprecher der PSP dem erstklassigen Sound nicht gerecht werden können. Wenn sich Kratos’ Lebensenergie dem Ende zuneigt, hört ihr mit Kopfhörern seinen Herzschlag. Je weniger Energie euer Charakter hat, desto schnelle schlägt sein Herz. Mit den Lautsprechern der PSP entgeht euch diese kleine aber feine Detail. Genauso gehen viele der klassischen Instrumente sang und klanglos unter und können nicht ihr klangliches Potential entfalten.

Daniel Latak meint:
God of War: Chains of Olympus lässt mich genauso staunen, wie es 2006 schon Teil 1 geschafft hat. Es ist einfach unglaublich, was auf der PSP technisch machbar ist. Auch wenn Innovationen praktisch nicht vorhanden sind und die Spieldauer sehr kurz ist, wird euch alles geboten, was ihr von der PlayStation 2 kennt. Brachiale Action, tolle Zwischen- und Endgegner und eine Grafikpracht, die ihr einfach mit eigenen Augen gesehen haben müsst. Schade nur, dass den Entwicklern zum Ende hin ein wenig die Ideen ausgegangen sind. Auch die Endgegner hätte ich mir größer und furchteinflößender gewünscht. Trotz aller Kritik ist God of War: Chains of Olympus das bislang beste und technisch aufwändigste PSP-Spiel und wird die Spitzenposition sicherlich auf lange Zeit inne haben und gehört in jede Spielesammlung.

bombastischer Soundtrack
exzellente Grafik
jede Menge Action
kurze Spieldauer
nur „kleine“ Endgegner
lahme Story

Grafik: 93%
Gameplay: 90%
Sound: 91%
Spielspaß: 89%

Award!

90%














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