Odin Sphere Review - PlayStation 2 (13.03.2008)Sieht so aus, als gäbe es die PlayStation 2 noch eine Weile, zumindest lässt sich Sony nicht lumpen, seinen Anhängern noch das eine oder andere lohnenswerte Spiel vorzusetzen. Zugleich darf man wohl damit rechnen, dass in Zukunft noch diverse ehemals exklusive PSP-Titel für die alteingediente PS2 umgesetzt werden und deren Lebenszyklus damit noch etwas verlängert wird.Odin Sphere ist eine Art 2D-Beat'em Up mit Rollenspielelementen. Es ist deutlich komplexer als herkömmliche Prügel-Sidescroller, erreicht aber nicht die spielerische Tiefe eines richtigen Rollenspiels. Bei der Präsentation sticht es in erster Linie durch die handgezeichnete 2D-Grafik hervor. Entsprechend wird natürlich auch auf zweidimensionaler Ebene gespielt und zwar aus der Seitenansicht. Man läuft und springt vor schönen Hintergründen durch ringförmig geschlossene Areale, verprügelt dort alle Monster und sammelt alle heruntergefallenen und herumliegenden Gegenstände auf und verlässt das Gebiet schliesslich durch einen oder mehrere Ausgänge (mit leider etwas hohen Ladezeiten dazwischen). Hat man die Karte des derzeitigen Gebiets gefunden, kann man auch erkennen, wohin man als nächstes kommt und was dort in etwa auf den Spieler wartet. Die verschiedenen Abschnitte sind netzartig verbunden, so dass man sich beispielsweise auch eine direktere Route zu den verschiedenen Endgegnern bahnen kann, wenn man denkt, dass man sich das Aufleveln in anderen Abschnitten sparen möchten. Dennoch ist der Spielverlauf nicht zu vergleichen mit richtigen Rollenspielen, da es bei Odin Sphere doch deutlich linearer hergeht und weitaus weniger Augenmerk auf das Erkunden und Erforschen der Umgebung gelegt wird. Zwischendurch treiben im selben Stil wie das restliche Spiel gehaltene Zwischensequenzen die Story voran und punkten vor allem durch die gute englische (oder wahlweise auch japanische) Sprachausgabe. Die Story selber ist zumindest für nicht JRPG-Enthusiasten eher ein Kritikpunkt, denn etwas anderes als das üblich übertriebene und eher inhaltslose Geseier samt Teenie Drama bekommt man in Odin Sphere leider nicht zu hören. So sind die eigentlichen Dialoge zum Grossteil komplett irrelevant für das Gameplay und wenn man nicht die Geduld aufbringt, sich letzten Endes überflüssiges Geschnatter anzuhören, ist man besser daran, sie zu überspringen. Ist ja nicht so, dass man sich die übliche Story im Verlaufe des Spiels nicht selber zusammenreimen könnte. Die gelungene Präsentation aussen vor, hinterlässt das Gameplay von Odin Sphere einen etwas zwiespältigen Eindruck. Besonders tiefgängig ist das Ganze nämlich nicht und darüber können auch die RPG-Elemente nicht hinwegtäuschen. In erster Linie ist Odin Sphere ein actionbetontes Prügelspiel, bei dem man seine Gegner mit einem beschränkten Repertoire an Angriffen die Energieleiste weghaut. Die Steuerung ist dabei etwas hakelig und lässt besonders in hektischen Situationen, in denen man von mehreren Gegnern angegriffen und schnell die Blickrichtung ändern muss, eine gewisse Leichtgängigkeit vermissen. So sind auch die Animationen der Figuren selber recht steif und Odin Sphere ist allgemein nicht so flüssig animiert, wie die durchweg hochwertig gezeichneten Figuren auf den ersten Blick vielleicht vermuten lassen. Zudem stören die unverständlichen Slowdowns, die sich immer wieder ergeben, wenn zu viel auf dem Bildschirm los ist. Man kann nur vermuten, dass die PS2-Hardware mit den vielen, grossen Sprites überfordert ist, auf jeden Fall hat es teilweise sehr negative Auswirkungen auf das Gameplay. Neben dem Prügeleien gibt es ein einfaches Level- und ein Itemsystem, was sich vor allem um das Erstellen neuer Potions dreht. Diese stellt man durch das Finden von Rezepten und den passenden Zutaten her, indem diese auf verschiedene Weisen miteinander kombiniert werden und man schliesslich den gewünschten Gegenstand erhält. Diese können auf die übliche Weise zum Angriff dienen oder um Vergiftungen zu heilen oder verloren gegangene Energie wiederherzustellen. Der Schwierigkeitsgrad ist insgesamt recht ordentlich, gerade bei den diverse Endgegnern braucht man des öfteren mehrere Versuche, bis man herausgefunden hat, wie man sie erledigt und da man recht schnell Energie verliert, wenn man nicht aufpasst. Über den Verlauf des Spiels vermisst man nach den ersten Kapiteln etwas mehr Abwechslung. Allzu lange kann einen die hübschen Optik nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich alle Areale im Prinzip gleich spielen. Man rennt im Kreis herum und stürzt sich auf alles was sich bewegt, sammelt die Items ein und begibt sich zum nächsten Abschnitt, wo sich alles wiederholt. Aus rein rollenspielerischer Sicht vermisst man vor allem das Erkunden der Umgebungen, aber dafür hätte man Odin Sphere um ein komplett neues Spielelement erweitern müssen. Realistischer hätte sich vielleicht ein Zweispielermodus angeboten, bei dem man mit einem Mitspieler die Waffen schwingt, was auch hervorragend zum eigentlichen Kerngamplay gepasst hätte. |
Grafik: 88%
Gameplay: 79%
Sound: 89%
Spielspaß: 80%
80%