Dark Messiah Review - Microsoft Xbox 360 (29.02.2008)Dass sich PC Spieler über schlechte Konsolenumsetzungen beklagen ist heutzutage fast schon ein Ritual, welches bei fast jedem Spiel durchgezogen wird, dass auf mehreren Plattformen erscheint. Der umgekehrte Fall war bisher eher ein Unikat, mit Dark Messiah of Might and Magic: Elements gesellt sich nun aber ein weiterer Titel in die kleine Runde. Viel schlechter hätte man das, mittlerweile fast 2 Jahre alte Spiel, vom PC kaum portieren können. Und dies ist eigentlich sehr schade, denn über die Grundzutaten kann man bei Elements kaum meckern.Im Spiel schlüpft man in die Rolle von Sareth, einen Magierlehrling, der von seinem Meister auf die Suche nach einem geheimnisvollen Schädel der Schatten geschickt wird. Das auf diesem Weg jede Menge Gefahren, Monster und die eine oder andere schöne Frau warten versteht sich von selbst. Auch die Intentionen des Meisters und die Rolle des Spielers sind nicht sofort klar, die Story wartet also mit einigen Überraschungen auf. Eine Besonderheit des Spieles ist dabei der leichte Rollenspieleinschlag. Beim Start dürfen Sie, bei der Konsolenversion, zwischen vier Charakterklassen (Kämpfer, Magier, Jäger, Assassine) wählen. Diese unterscheiden sich nicht nur in der verfügbaren Bewaffnung, sondern erfordern teilweise auch ganz eigenes Vorgehen. Während der Kämpfer problemlos selbst in große Gegnergruppen hineinrennen kann sollte man als Assassine lieber versuchen diese vor dem Kampf auszudünnen. Die Klassen entwickeln sich dabei streng linear. Der Abschluss von Quests und das Töten von Gegnern gibt Erfahrungspunkte und beim Levelaufstieg bekommen Sie genau eine, festgelegte Fähigkeit. Dies ist eine deutliche Kastration gegenüber der PC Version. Bei dieser konnte man seinen Charakter frei selbst entwickeln und somit auch diverse Hybriden bilden. Ebenfalls entfernt wurde ein Teil des Inventars. Zwar kann man weiterhin diverse Waffen, Tränke, Schriftrollen und Rüstungen mitnehmen, unwichtigere Dinge wie Bücher oder Nahrung werden dagegen sofort gelesen oder konsumiert. Einer der interessantesten Aspekte an Dark Messiah ist das Nahkampfsystem. Dieses wurde glücklicherweise fehlerlos auf die Konsole übertragen. Mit dem rechten Trigger löst man Schläge aus, hält man diesen wird für einen starken Schlag ausgeholt. Der linke Trigger hebt Waffe oder Schild zum Block und zieht man beide Trigger gleichzeitig verpasst man der näheren Umwelt einen kräftigen Tritt, welcher beispielsweise Gegner in Abgründe oder Stachelfallen befördern kann oder einfach nur ein paar lose Bretter aus dem Weg räumt. Damit sich dies auch lohnt sind die Level vollgestopft mit Dingen, die sich als Fallen verwenden lassen. Teilweise wirkt die Dichte an Stachelgittern oder brüchigen Tragebalken sogar etwas befremdlich, eröffnet aber immer wieder kreative Wege sich den Gegnern zu entledigen. Zusätzlich zu den normalen Schlägen läd sich bei jedem Kampf eine Adrenalinleiste auf. Ist diese voll kann man für kurze Zeit besonders zerstörerische Attacken auf die Feinde niederregnen lassen. Herausragend am ganzen System ist das erstklassige „Mittendrin“-Gefühl, welches das Spiel, dadurch das man seinen Körper sieht und jede Aktion eine passende Kamerabewegung zu Folge hat, aufbaut. Man muss aber ganz klar sagen, dass die direktere Maussteuerung am PC dieses Gefühl deutlich besser unterstützt als die, naturgemäß leicht schwammige, Gamepadsteuerung der Konsole. Aber wären dies die einzige Kritikpunkte hätte die Einleitung deutlich positiver geklungen. Das größte Problem des Spieles sind deftige technische Mängel. Dark Messiah basiert auf der, eher genügsamen, Source Engine von Valve. Für die Konsolenumsetzung wurden aber, trotz allem, die grafischen Details massiv zurückgefahren. Besonders die Texturen, welche in der PC Version oftmals mit beeindruckender Schärfe aufwarten konnten, haben stark gelitten und flimmern an allen Ecken und Enden. Trotzdem sinkt die Framerate teilweise merkbar ab. Dazu sind die Ladezeiten relativ lang und es existieren einige Bugs die zu Abstürzen führen können. Positiv ist aber, dass man jederzeit speichern kann. Dies ist, dank der teilweise relativ weit auseinander liegenden Checkpoints, auch bitter nötig. Beim Spielinhalt existieren zwischen den Versionen kaum Unterschiede. Die Konsolenvariante hat ein neues Tutorialslevel spendiert bekommen, dass alte Level wurde dafür nochmal zwischendurch eingebaut. Ansonsten gibt es für Kenner der PC Vorlage keinen Grund sich Elements anzuschauen. Dies bedeutet natürlich auch das die, mit ungefähr 15 Stunden, recht lange Spielzeit unangetastet blieb. Dank der Mängel kann man neugierigen Konsolenspielern, mit halbwegs potenten PCs, eher zur, mittlerweile sehr günstig erhältlichen, PC Version raten. Wem diese Möglichkeit nicht offen steht möchte ich zu einem Videothekenbesuch raten, die vollen 60€ ist die schlampige technische Umsetzung definitiv nicht wert. Ein paar Worte noch zur deutschen Version des Spieles: Diese ist, wie bereits die PC Version, stark in der Gewalt zensiert. Bei Schlägen spritzt kein Blut mehr, die Gegner behalten in jeder Situation ihre Körperteile und verschwinden nach dem Ableben innerhalb kürzester Zeit. Grade bei einem Spiel welches so sehr von seinem Nahkampfsystem lebt, nagen diese Änderungen natürlich zusätzlich an der Atmosphäre. Auch andere Sprachvarianten finden sich auf der deutschen DVD nicht. |
Grafik: 69%
Gameplay: 79%
Sound: 86%
Spielspaß: 78%
73%