Bone 1 und 2 Review - PC (23.02.2008)Darf man einen Comic als unbekannt bezeichnen, wenn man noch nie was davon gehört hat und mit Erstaunen feststellt, dass es ihn schon seit 17 Jahren gibt? 1991 erschuf Jeff Smith die Comicserie Bone, deren drei Hauptdarsteller optisch ein bisschen an das Gespenst Casper erinnern. Wenn man das Comic nicht kennt und sich das Intro anguckt, macht die Welt von Bone einen etwas wild durcheinandergewürfelten Eindruck, die mit ihren Mythen und diversen Anleihen nicht unbedingt aus einem Guss wirkt.Während die drei Helden des Comics aussehen wie laufende Knochen, ist die restliche Welt rund um die Stadt Boneville von diversen Figuren bevölkert, darunter Teils normale bis überzeichnete Menschen, sprechende Tiere und allerlei mythische Geschöpfe wie Drachen und Rattenmonster. Anführer der Familie Bone ist Fone Bone, er liest gerne Moby Dick und ist wohl der vernünftigste von den Dreien. Smiley Bone spielt gerne das Banjo und geht den anderen mit seiner Einfältigkeit oft auf die Nerven, während Phoney Bone das unausstehliche Scheusal mimt, der nur hinter seinem Geld her ist. Die Geschichte beginnt in Flucht aus Boneville damit, dass sich die drei inmitten einer gottverlassenen Gegend wiederfinden, nachdem sie aus Boneville vertrieben wurden, weil Phoneys Schwindeleien aufgeflogen sind. Im Nirgendwo gestrandet müssen sich die Drei nun in klassischer Point-and-Click Manier durchschlagen. Spielerisch bekommt man von den beiden Titeln Flucht aus Boneville und Das grosse Kuhrennen zwei einfache, familienfreundliche Light-Adventures, die gerade jüngeren Spielern sehr zugänglich sein sollten und sich in Sachen Umfang und Tiefgang eher zurückhalten. Der Spielverlauf ist in beiden Titeln komplett linear und stellt nur wenig Ansprüche an das Können des Spielers. Zwar gibt es ein klassisches Adventure-Inventar und auch das ein oder andere Rätsel, aber der gesamte Aufbau erinnert eher an ein interaktives Comic als an ein wirkliches Vollblut-Adventure. Dafür sind die Spiele zu geradlinig, man wird zu sehr an der Hand genommen und verbringt weitaus mehr Zeit damit, sich die Dialoge und Zwischensequenzen anzugucken, als an typischen Rätseln zu knobeln. Zwischendurch gibt es noch ein paar Minispiele, in denen man die direkte Kontrolle über die Spielfigur übernimmt und beispielsweise Hindernisse überspringt. Sollte man trotz des einfachen Aufbaus einmal nicht mehr weiter wissen, steht ein hilfreiches Hinweissystem zur Verfügung. Steckt man im Spiel fest, reicht ein Klick auf das Fragezeichensymbol am unteren Bildschirmrand und man erhält einen Hinweis. Man kann sich auf diese Weise so viele Hinweise geben lassen, bis man quasi mit der Nase auf den ohnehin einfachen Lösungsweg gestossen wird und bis darauf, dass sich das Spiel von allein weiterspielt, wird man es einfacher nicht bekommen. Grafisch sind beide Spiele sehr einfach gehalten, wobei der zweite Teil etwas detailliertere Modelle und Hintergründe aufweist. Stilistisch bleibt man dem Comic treu, doch aus technischer Sicht wirkt die Grafik etwas altbacken. Was vor allem auch daran liegt, dass man nur mit recht wenigen Gegenständen in der Umgebung interagieren kann und sich die überschaubare Anzahl an Hintergründen damit etwas zu kulissenhaft anfühlen. Die deutsche Sprachausgabe und die Dialoge sind gelungen und man konnte für die Figuren bekannte deutsche Synchronsprecher (darunter die von Homer Simpson) gewinnen, die den Spielen eine professionelle Atmosphäre verleihen. |
Grafik: 65%
Gameplay: 60%
Sound: 72%
Spielspaß: 70%
66%