NitroBike Review - Nintendo Wii (24.02.2008)NitroBike – endlich ein neues Rennspiel für Nintendos Wii! Bisher gibt es nur sehr wenige qualitativ hochwertige Rennspiele auf Nintendos aktueller Konsole. EAs „Need for Speed“ oder Nintendos „Excite Truck“, wären hier zu erwähnen. Mit NitroBike möchte nun auch UbiSoft in diesen Rennspielolymp aufsteigen und den Spielern heiße Öfen und dreckige Schlammschlachten liefern. Ob dies gelungen ist, werden wir uns nun einmal etwas genauer betrachten.Wie der Name schon vermuten lässt, klemmt ihr euch nicht hinter das Lenkrad eines PS Boliden mit 4 Rädern, sondern schwingt euch auf ein Motocross-Bike, mit dem ihr über die verschiedensten Dirtstrecken brettert. Ganz seriennah sind die Motorräder jedoch nicht. Wie im Spieltitel schon angedeutet, wurden die Bikes mit einem Nitro-Boost ausgestattet, sodass man innerhalb kurzer Zeit atemberaubende Geschwindigkeiten erreichen und sich per Rampen in schwindelerregende Höhen katapultieren kann. Insgesamt bietet „NitroBike“ im Hauptmenü drei große Spielmodi, in denen ihr euch mit euren Kontrahenten messen könnt. Im Karrieremodus müsst ihr euch durch mehr als 60 Herausforderungen in 20 verschiedenen Levels kämpfen, um am Ende als NitroBike Champion auf das Siegertreppchen steigen zu dürfen. Der Menüpunkt „Schaukampf“ ist unterteilt in ein normales „Schaukampf-Rennen“ bei dem ihr Strecke, Anzahl der Fahrer, Schwierigkeit und die Anzahl der Runden festlegen könnt um einfach mal eine Runde zum Spaß zwischendurch zu fahren. Oder ihr wählt ein „Zeitrennen“ und begebt euch auf die Jagd nach den letzten Hundertstel, um euer fahrerisches Geschick durch ständige Übung zu verbessern. Der letzte Spielmodus des Hauptmenüs ist der „Mehspieler-Part“. Hier könnt ihr entweder per Splitscreen am heimischen Fernseher oder per „Nintendo Wi-Fi Connection“ mit Spielern aus der ganzen Welt ein paar Runden drehen. Habt ihr euch für einen Spielmodi entschieden, dürft ihr euch erst einmal einen Charakter auswählen. Dies ist noch nicht wirklich wichtig, da es hier einzig um das Erscheinungsbild eures zukünftigen Fahrers geht. Bei der Wahl eures fahrbaren Untersatzes solltet ihr hingegen schon etwas genauer überlegen, welches Modell es denn nun sein soll. Denn jedes Motorrad hat verschieden gute Fahreigenschaften, welche in Beschleunigung, Boost, Luft-Wende, Steuerung und Bodenhaftung aufgeteilt sind. Hier müsst ihr erst einmal ausprobieren, welche Konfiguration ihr bevorzugt und dann könnt ihr euch nach ein paar Proberunden an euer optimales Gefährt herantasten. Ingame wird die bei Rennspielen beliebte „Tilt-Steuerung“ genutzt. Soll heißen, ihr haltet die Wiimote waagrecht wie ein normales Gamepad und lenkt euer Motorrad per Neigung. Mit den Tasten „1 + 2“ bremst oder beschleunigt ihr eure Höllenfahrt. Doch das essentielle Feature des Spiels aktiviert ihr mit einem Druck auf eine beliebige Seite des Steuerkreuzes - den Nitro-Boost! Doch dieser ist nicht nur dazu da, um schneller voran zu kommen, sondern leider muss man ihn aufgrund der schwammigen Steuerung auch zu kleinen Korrekturstößen nutzen, um sein Bike wieder in die Richtige Bahn zu bringen. Das ist auch leider ein großer Kritikpunkt der meiner Meinung nach bei allen bisherigen Rennspielen zutrifft. Diese Neigungssteuerung ist viel zu ungenau und reagiert viel zu verzögert, als das man zielgenau um Ecke preschen könnte. Hat man nun noch ein Motorrad mit wenig Bodenhaftung, entartet das ganze zu einer wilden Fuchtelei, bei der man verzweifelt versucht sein Motorrad einigermaßen stabil zu halten. Wenn man nun es einigermaßen raus hat, sein Bike zu steuern dann muss man jedoch auch noch sehr auf die Streckenführung aufpassen. Denn sehr oft ragen irgendwelche Objekte, wie zum Beispiel der vordere Teil eines Anhängers oder der Klippenüberhang eines Berges auf die Fahrbahn. Diese „Hindernisse“ sind ziemlich nervig, da sie schon relativ häufig vorkommen und den flüssigen Rennablauf kaputt machen. Um euch auf Platz 1 vorzukämpfen solltet ihr aber nicht nur auf einfaches „nach-vorne-Fahren“ setzen, sondern euch durch andere Maßnahmen ein paar Vorteile verschaffen. Am meisten bringt es wohl, wenn ihr in der Luft ein paar Stunts vollführt. Per Tastendruck könnt ihr unterschiedliche Manöver vollführen, die euch bei erfolgreichem Gelingen einen Teil eurer Nitro-Boost-Leiste füllen. Ein weiteres Manöver welches ihr euch aneignen solltet ist, dass ihr eure Gegner als „lebende Bande“ benutzt um so Kurven besser zu nehmen. Dazu wird euch sogar während des Ladescreens geraten! Die gegnerischen Fahrer haben es schon ziemlich gut drauf und bieten je nach eingestellter Schwierigkeit einen entsprechenden Fahrstil, so dass man sich nach und nach steigern kann. Der Multiplayermodus bietet durch seine Unterstützung von bis zu 4 Spielern, noch einmal einen guten Dauerspaßwert, so das man das Spiel auch mal für eine kleine Runde unter Freunden aus dem Regal nehmen kann und es nach einmaligen durchspielen nicht in diesem verstaubt. Man kann natürlich auch online gegen Kontrahenten aus aller Welt fahren, theoretisch. Denn irgendwie scheint NitroBike nicht wirklich beliebt zu sein und so sitzt man ewig im Ladebildschirm, bis ein Gegner gefunden wurde. Teils hab ich nach 5 Minuten einfach aus gemacht, weil ich keine Lust mehr hatte auf einen menschlichen Gegenspieler zu warten. Schade! Grafisch kann sich NitroBike leider auch nicht wirklich mit Ruhm bekleckern. Die Texturen sind ziemlich undetailiert und die Models der Charaktere sowie der Umgebungen sehr polygonarm. Dadurch wirkt alles sehr eckig und hat eher die Grafikqualität eines GameCube-Spiels. Ein sehr schöner Effekt ist jedoch zu bewundern, wenn man den Nitro-Boost zündet. Die komplette Ansicht bekommt einen Tunnelblick und durch Verzerrungen und verschwommene Ränder, bekommt man wirklich den Eindruck auf Überschallgeschwindigkeit katapultiert worden zu sein. Leider aber auch das einzige Highlight in Sachen Grafikdarbietung. |
Grafik: 69%
Gameplay: 71%
Sound: 69%
Spielspaß: 72%
70%