Patapon Review - PlayStation Portable (19.02.2008)Innovationen in der Videospielebranche sind dieser Tage rar gesät. Umso erfreulicher, dass es da draußen immer noch einige wenige helle Köpfe gibt, die nach wie vor nach neuen Ideen suchen und auch mutig genug sind, diese zu veröffentlichen. Denn die Gefahr ist groß, dass neue Spielideen von der breiten Maße, trotz guter Wertungen, einfach links liegen gelassen werden. Als Beispiel soll an dieser Stelle nur Loco Roco genannt sein, obwohl sich weitaus mehr Titel aufzählen ließen. Wollen wir hoffen, dass Patapon nicht das gleiche Schicksal ereilt, denn von der Idee her ist das Spiel total abgedreht, innovativ, witzig und spaßig zu gleich. Am besten lässt sich Patapon als 2D-Musik-Strategie-Action-Rhythmus-Mix beschreiben. In der Hauptrolle: Die Patapons.Doch wer oder was sind diese kleinen Wesen überhaupt? Nun ja, die Patapons sind Augäpfel mit Händen und Füßen, ähnlich wie Mike Glotzkowski aus der Monster AG. Nur sind diese Patapons nicht ganz so friedfertig, wie Disneys Filmstar, und liegen mit den Zigotons im Klinsch Das erklärt auch, warum die Patapons bis an die Zähnen bewaffnet herumlaufen. Es gibt nämlich drei Arten von Patapons. Die Tatepons sind jene furchtlosen Kämpfer, die sich voll des Mutes in der ersten Angriffsreihe in eine Schlacht stürzen. Bewaffnet mit Axt und Schild bilden sich gleichzeitig den Rückhalt für die Yaripons. Diese agieren aus der zweiten Angriffsreihe und sind mit Wurfspeeren bewaffnet. Zu guter letzt gibt es noch die Yumipons, die aus sicherer Entfernung Gegnern mit Pfeil und Bogen einheizen. Eure Aufgabe ist es, die Patapons durch zahlreiche Schlachten zu führen, bis letztendlich Erdend erreicht wurde, wo ES auf die Patapons wartet. Das tolle daran ist, dass ihr der Gott der Patapons seid und sie euren Befehlen bedingungslos gehorchen. Der Clou dabei ist, dass ihr die Patapons nicht auf konventionelle Weise mit dem Steuerkreuz oder Analogstick bewegt, sondern mit Hilfe der Dreiecktaste (Chaka), Quadrattaste (Pata), X-Taste (Don) und Kreistaste (Pon). Das sind die unterschiedlichen Trommellaute, die ihr zur Steuerung benötigt. Durch Drücken von vorgegebenen Tastenkombinationen trommelt ihr Lieder, die sich aus mindestens vier Trommelaktionen zusammensetzten und führt entsprechende Aktionen aus. Wollt ihr eure Armee vorwärts bewegen, dann spielt ihr Pata Pata Pata Pon. Habt ihr das Lied im richtigen Rhythmus gespielt, dann singen die Patapons das Lied und laufen los. Rücken euch Gegner auf die Pelle, ist Pon Pon Pata Pon das richtige Lied, um die Patapons die anrückenden Feinde angreifen zu lassen. Verteidigen könnt ihr euch mit Chaka Chaka Pata Pon. Der Trick bei der Sache ist, dass ihr die einzelnen Moves zu Combos zusammenfügen könnt, wobei es egal ist, welches Lied ihr in welcher Reihenfolge spielt. Entscheidend ist nur, dass ihr das ganze zehn Mal ohne Fehler schafft. Anschließend wird der Feier-Modus aktiv und die Party geht erst richtig los. Trommelt ihr gar im richtigen Rhythmus, erreicht ihr den Feier-Modus schneller. Dann geraten die Patapons außer sich und benehmen sich, als ob sie in Trance sind, fangen so richtig an zu singen, während die Musik im Afrikastyle richtig aufdreht. Der nette Nebeneffekt ist, dass die Patapons an Stärke gewinnen und die Yaripons plötzlich eine Vielzahl von Speeren abfeuern, während die Axthiebe der Tatepons viel kräftiger werden. Auf diese Weise lassen sich insbesondere Endgegner wesentlich einfach bezwingen, die ansonsten schwer zu knacken sind. Jeder bezwungene Feind hinter lässts Ka-Ching, eine kostbare Energieform. Hin und wieder hinterlassen geschlagene Feinde auch einen Gegenstand, den ihr einsetzen könnt, um eure eigene Truppe zu verstärken. Das können Waffen sein, aber auch Holz, Fleisch, oder Erz. Jene Gegenstände benötigt ihr, um in Kombination mit Ka-Ching am Lebensbaum neue Patapon Einheiten erstellen zu können. Denn falls einer euer Patapons von einem Endgegner aufgefressen wird, ist er für immer tot. Am Fuße dieses mystischen Baums könnt ihr aber auch gefallene Einheiten ohne Einsatz von Ressourcen wiederbeleben. Vor jeder Schlacht könnt ihr eure Armee zusammenstellen und mit den erbeuteten Waffen ausrüsten. Viel Spielraum haben euch die Entwickler aber nicht gelassen. Zwar könnt ihr Formationen bilden, die taktischen Möglichkeiten sind jedoch sehr begrenzt. So finden sich die Tatepons stets in der ersten Angriffsreihe, die Yaripons dahinter und das Schlusslicht bilden stets die Yumipons. Unter Berücksichtigung der individuellen Stärken und Schwächen ist das durchaus nachvollziehbar. Dennoch wäre es wünschenswert, wenn ich bei der Formationsbildung freie Hand hätte. Es lässt sich nämlich nur festlegen, welche Einheiten an einer Mission teilnehmen sollen oder nicht. Pro Angriffsreihe könnt ihr maximal sechs Einheiten in eine Schlacht schicken. Soviel zum taktischen Tiefgang. Mit der Ausrüstung der Patapons braucht ihr euch übrigens nicht lange rumplagen. Durch Drücken der Dreieck-Taste erfolgt die optimale Waffenverteilung automatisiert, wobei die ersten Patapons einer Angriffsreihe mit den besten Waffen bedacht werden, während die dahinter befindlichen Einheiten weniger gut ausgerüstet werden. Die Missionen unterteilen sich in Jagd, Kampftraining und Kampf. Bei der Jagd geht ihr auf Beutefang und könnt diverse Tiere erlegen, um Nahrung und die zuvor erwähnten Gegenstände zu erbeuten. Beim Kampftraining könnt ihr, so oft ihr wollt, gegen zuvor besiegte Endgegner antreten, um eure Kampftruppe zu stärken. Bei den Kampfmissionen wird die Story fortgeführt, sodass jeder erledigte Auftrag euch näher Richtung Erdend bringt. Obwohl sich Patapon im Grunde mit nur drei Liedern meistern lässt, müssen an bestimmten Stellen im Spiel Wunder gewirkt werden. Davon gibt es insgesamt vier Stück. Natürlich sind das auch wieder Lieder, die bestimmte Ereignisse auslösen. So braucht ihr z.B. das Regenwunder, um eine Wüste unbeschadet passieren zu können. Der Versuch die Wüste ohne Regen zu durchqueren, endet für die eure Patapons tödlich, da eure Armee schneller verbrennt, als euch lieb ist. Die Gegner, sind sehr vielfältig und abwechslungsreich. Neben den Zigotons, die optisch den Patapons ähneln, müsst ihr euch Drachen oder Riesenwürmern und anderen Monstern entgegenstellen. Steht euch ein Gebäude im Weg, hackt ihr solange darauf ein, bis es in sich zusammenfällt, schießt mit Katapulten und liefert euch Seeschlachten. Trotz der neuartigen Steuerung werden alle Elemente geboten, die aus anderen Genres bekannt sind. Und das gute an der Sache ist, dass es funktioniert und richtig viel Spaß macht. |
Grafik: 82%
Gameplay: 89%
Sound: 89%
Spielspaß: 92%
90%