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NFL Tour Review - Microsoft Xbox 360 (18.02.2008)

Zum Abschluss der NFL Saison 2007/2008 lockt Electronic Arts mit NFL Tour Fans des amerikanischen Sports auch während der Spielpause vor den Bildschirm. Dabei handelt es sich nicht um ein neues Spiel aus der NFL-Reihe, sondern vielmehr um den mehr oder weniger inoffiziellen Nachfolger von NFL Street. Ob der neue Name auch für neuen Spielspaß steht? Das haben wir in unserem Review für euch geklärt.

So sieht fast jedes Spielfeld aus
Obwohl NFL Street durch seine leichte Zugänglichkeit und einen großen Funfaktor punkten konnte, hat sich der Maddenableger in unseren Breitengraden nie richtig etabliert. Vielleicht hat sich Electronic Arts daher dazu hinreißen lassen, mit NFL Tour einen Neuanfang zu starten? Doch nicht nur der Name ist nun anders, sondern auch inhaltlich wurde einiges geändert. Während ihr bei den Vorgängern in irgendwelchen dunklen Hinterhöfen gespielt habt, wurde das Spielgeschehen nun in Eishockey ähnliche Spielareale umgesiedelt. Dazu kommt noch eine knallbunte Präsentation, mehr Zuschauer und mehr Flair eines richtigen Stadions. Das Gameplay jedoch wurde beibehalten. Für euch heißt das, dass NFL Tour nach wie vor leicht zugänglich ist. Dafür sorgt eine nur sehr begrenzte Anzahl von Spielzügen sowie die geschrumpfte Mannschaftsgröße. Des Weiteren ist das Spielfeld kleiner, wodurch generell mehr Spannung aufkommt, da viel mehr gepunktet werden kann. Die Steuerung ist einerseits wesentlich einfacher, bietet andererseits entsprechend weniger Möglichkeiten eure Mannschaft über das Spielfeld zu hetzten. Mit der A- und B-Taste könnt ihr nahezu jede Aktion durchführen. Durch die Arcadelastigkeit ist das Gameplay jedoch viel spaßiger, schneller und einfacher. Dem Rotstift zum Opfer gefallen sind sämtliche Trickmoves, Combos und der Gamebraker. Eure Protagonisten beherrschen nur noch Wallruns und Monsterjumps. Dadurch wird NFL Tour zum Spiel ohne wirklichen Tiefgang und wenig Abwechslung und einem geringen Actionanteil. Aber genau darin lag die Stärke von NFL Street. Der Einfachheit halber müsst ihr auch auf Kicks, Punts und Fieldgoals verzichten.

Es geht hart zur Sache
Obwohl sich bei NFL Tour pro Team nur sieben Spieler auf dem Spielfeld tummeln, geht’s noch hektischer zu, als beim großen Bruder Madden NFL. Eine Beurteilung der KI wird dadurch sehr schwierig, auch wenn diese bei weitem nicht so stark ins Gewicht fällt. Zumindest steht keiner der Spieler einfach nur in der Gegend herum, sondern mischt zu jedem Zeitpunkt ordentlich mit. Die Spielmodi fallen im Vergleich zu den Vorgängern sehr mager aus. Zur Auswahl stehen „Play Now“, der Tour Modus, Freundschaftsspiele, Minigames und ein Online-Modus. Am längsten wird euch der Tour-Mode an den Bildschirm fesseln, jedenfalls wenn es nach dem Willen der Entwickler geht. Denn obwohl euch hier jede Menge Tiefgang suggeriert wird, handelt es sich ganz nüchtern betrachtet um eine Abfolge von Exhibition-Games. Doch bevor ihr auf Tour gehen könnt, gilt es noch schnell einen eigenen Charakter zu erstellen. Frei nach Schnauze könnt ihr festlegen in welchem Team und auf welcher Position euer Alter Ego zukünftig spielen soll. Dann noch schnell ein paar Fertigkeitspunkte verteilen und schon geht’s los. Im laufe der Tour müsst ihr gegen die anderen NFL Teams bestehen, bis ihr letztlich in einer Art Endspiel landet. Habt ihr auch dieses gewonnen, dürft ihr einen Vertrag bei einem NFL Team unterschreiben – leider auch nur virtuell. Beim ersten Durchspielen ist das noch recht interessant, wird anschließend aber recht schnell langweilig, da sich die Aufgaben wiederholen. Der Onlinemodus über Xbox Live ist zwar vom Prinzip her eine tolle Sache, da wie schon bei NHL 08 eine Online-Liga erstellt werden kann, glänzt aber mit einem alles entscheidenden Nachteil: es herrscht gähnende Leere. Ich habe es mehrere Versuche unternommen online zu zocken, und musste immer wieder feststellen, dass kein Mitspieler online war. Das ist bei anderen Spielen bisher noch nie vorgekommen.

Nach dem Touchdown wird ordentlich gefeiert
Grafisch zeigt sich NFL Tour von seiner Schokoladenseite. Vor und während des Spiels blitzt und blinkt es an allen Ecken und Enden. Irgendwie sind ständig tolle Lichteffekte zu sehen, nach einem Tochdown erwartet euch ein tolles Feuerwerk und während des Spiels rotiert das Logo der Heimmannschaft per Laser über das Spielfeld. Die Animationen erinnern zwar eher an Wrestlingsport, wirken jedoch nicht deplaziert, sondern unterstützen das ohnehin schon abgedrehte Gameplay. Die Musikuntermalung ist rockiger Natur und passt ganz gut zur dargebotenen Action. Zum Glück ist hier nichts angebrannt, da Kommentatoren fehl am Platze sind. Genau so wenig unterstützen euch die am Spielfeldrand stehenden Zuschauer, sondern verhalten sich sehr zurückhaltend. Da sind wir von Electronic Arts schon besseres gewöhnt. Und die Spielfelder unterscheiden sich bis auf dezente Details gar nicht von einander. Fast möchte man glauben, ständig im selben Stadion zu spielen. Technisch gibt es hingegen nichts zu bemängeln, da die Engine gute Arbeit leistet. Ruckler o.ä. sind nicht auszumachen. Bei der Lokalisierung hat EA sich keine Mühe gegeben, da NFL Tour komplett in englischer Sprache daherkommt.

Daniel Latak meint:
Ich bin von NFL Tour mehr als enttäuscht und ich verstehe absolut nicht, warum bei EA neue Sportspiele erst immer einen Rückschritt machen müssen, obwohl die Vorgänger doch so gut waren? Gegenüber NFL Street müsst ihr zahlreiche Abstriche machen, die dazu führen, dass NFL Tour schnell langweilig wird. Das fehlende Tricksystem und den Gamebraker habe ich schmerzlich vermisst. So bleiben unterm Strich kaum Anreize, um sich NFL Tour langfristig zu beschäftigen, da auch spielerisch der nötige Tiefgang fehlt.

für Einstiger gut geeignet
online spielbar (wenn Mitspieler da wären)
fetziger Soundtrack
kein Tricksystem mehr
kein Tiefgang
keine Lokalisierung
wenig Abwechslung

Grafik: 77%
Gameplay: 64%
Sound: 75%
Spielspaß: 60%

62%














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