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Devil May Cry 4 Review - Microsoft Xbox 360 (14.02.2008)

Wenn man eine Spieleserie sucht, die „Style over Substance“ verkörpert wird man unweigerlich bei den Devil May Cry Spielen landen. Seit dem Release des ersten Spieles auf der Playstation 2 im Jahre 2001 sind die Spiele für ein ausgeklügeltes Kampfsystem und völlig übertriebene Zwischensequenzen bekannt. Nachdem Capcom sich, nach dem eher enttäuschenden zweiten Teil, mit Dante's Awakening wieder zurück in die Herzen der Fans katapultieren konnte hofft man mit dem nun erschienenen vierten Teil an diesen Erfolg anschließen zu können. Zusätzlich ist dieser Teil auch der erste, welcher auf einer Konsole erscheint, die nicht von Sony stammt, der Xbox 360. Diese Version ist auch die hier getestete.

Alte Hasen müssen sich gleich zu Beginn erstmal mit einem neuen Charakter anfreunden. Den Großteil des Spieles steuert man Nero, einen Ritter des Orden des Schwertes. Dieser muss mit ansehen, wie Dante den Führer des Ordens ermordet und macht sich auf den Weg, diesen zur Strecke zu bringen. Das der Orden nicht ganz koscher ist und man als Nero auf so einige dreckige Geheimnisse stößt ist selbstverständlich. Die Story wartet dementsprechend auch mit einigen Wendungen auf, die aber selten wirklich überraschen können.

Das Spiel läuft bei konstanten 60 Bildern pro Sekunde
Womit Capcom sich wieder quasi selbst übertroffen hat sind die Zwischensequenzen des Spieles. Diese strotzen oftmals vor Action und wenn Michael Bay hier Schule machen würde, dann könnte er vielleicht mal nen guten Film drehen. Allerdings muss man natürlich dazu sagen, dass vieles wieder arg abgehoben ist, Charaktere die hunderte von Metern in die Luft springen und selbst mit einem 50 Zentimeter breiten Schwert im Brustkorb noch Luft für coole Oneliner haben sind völlig normal in der Devil May Cry Welt.

Aber kommen wir zum interessanteren, zum Gameplay. Hier hat sich im Grundprinzip wenig geändert, weiterhin läuft man durch, eher kleine, Gebiete, trifft regelmäßig Monster die man verprügelt und löst wenige, einfache Rätsel. Nero hat hier, durch seinen dämonischen Arm, einige neue Kampftricks drauf, so kann er den Arm dazu verwenden Gegner an sich heran zu ziehen oder sie mit Wucht auf den Boden zu befördern. Auch bietet er keine unterschiedlichen Kampfweisen, diese sind Dante vorbehalten, welchen man in der zweiten Hälfte des Spieles steuern darf.

Die Grafik kann sich wirklich sehen lassen
Die Herausforderung in den Kämpfen liegt darin, dass eigene Style Meter in die Höhe zu treiben. Jeder Angriff steigert dies ein kleines Stück, wiederholte Angriffe des gleichen Types bringen aber nichts mehr. Dies zwingt den Spieler dann zu variieren. Der Sinn des Ganzen: Am Ende jedes Levels werden drei Statistiken, die Zeit die man für das Level gebraucht hat, die Stylepunkte die man erreicht hat und die Anzahl an Orbs die man aufgesammelt hat, zu einer Statistik verrechnet. Um so besser man abgeschnitten hat um so mehr Proud Souls bekommt man aufs Konto und mit diesen lassen sich wiederum neue Angriffe und Fähigkeiten freischalten.

Die Orbs sind wiederum quasi die Währung des Spieles. Mit diesen lassen sich Lebenspunkterweiterungen, Heilgegenstände und einige Dinge mehr kaufen. Beachten muss man allerdings, dass die Preise hier mit jedem Kauf ansteigen, verbraucht man also besonders viele Heilungen wird es immer teurer diese wieder aufzustocken. Orbs findet man dafür im Spiel an jeder Ecke, sterbende Monster lassen sie fallen, sie platzen aus zerstörter Einrichtung und manchmal findet man einen riesigen Kristall den man zerlegen muss.

Devil May Cry kommt mit einer dünnen, vorhersehbaren Story
Die früheren Devil May Cry Spiele waren auch für ihren unerbittlichen Schwierigkeitsgrad bekannt. Im vierten Teil stehen einem zu Beginn zwei Grade zur Auswahl, der leichtere ist hierbei größtenteils erstaunlich einfach, aber in späteren Bosskämpfen zieht auch dieser kräftig an. Wobei das Spiel einige Schwierigkeitsspitzen besitzt, während manche Bosse kaum der Rede wert sind erfordern andere relativ komplexe Taktiken. Neueinsteigern sollte man also trotz allem den leichteren Grad ans Herz legen, da ein Wechsel im Spiel nicht möglich ist. Für die ganz Harten lassen sich noch zwei weitere Schwierigkeitsgrade freischalten.

Technisch kann man dem Spiel wenig negatives bescheinigen. Es läuft mit konstanten 60 fps, lediglich die Zwischensequenzen sind auf 30 fps limitiert. Tearing oder Framerateeinbrüche waren
Das Spiel bezaubert mit beeindruckenden Zwischensequenzen
nicht zu sehen. Optisch setzt Capcom vor allem auf hochauflösende Texturen, welche größtenteils sehr gut aussehen. Zu bemängeln ist hier lediglich, dass diese oftmals flimmern und so den sehr guten Gesamteindruck etwas schmälern.

Ein Hinweis noch für die Leute welche kein Englisch verstehen: Die Sprachausgabe des Spieles wurde nicht übersetzt, lediglich deutsche Untertitel und Bildschirmtexte sind enthalten.

Insgesamt ist Devil May Cry 4 eine grundsolide Fortsetzung der Reihe welches seinen Reiz vor allem aus dem komplexen Kampfsystem zieht, welches einen immer wieder dazu ermutigt Taktiken zu variieren und Kämpfe anders anzugehen. Abgesehen davon bietet das Spiel wenig, die Puzzles sind selten und schwanken zwischen leicht bis nervig und die Story ist zwar toll inszeniert, aber klischeehaft und oftmals vorhersehbar. DMC4 ist ein Spielgewordener Popcornfilm, wer bereits die Vorgänger mochte wird sicherlich auch hier wieder seinen Spaß haben.

Kai Möbus meint:
Devil May Cry 4 ist in manchen Dingen wieder ein Spiel, welches die Spielergemeinde spalten wird. Besonders die oftmals völlig überdrehten Zwischensequenzen wirken teilweise eher lächerlich. Wenn Neros Schwert sich beispielsweise beim Drehen des Griffes aufläd und dabei Geräusche wie ein Motorrad macht kann ich damit leben, als er kurz danach dieses Schwert in ein, auf den Boden liegendes, Monster rammt, am Griff dreht und dieses Monster daraufhin in einem Affentempo über den Boden „fährt“ hab ich lachend vor der Konsole gesessen.
Gerettet wird das Spiel aber von seinem gelungenen Kampfsystem. Dieses schafft es durchaus, die 8-10 Spielstunden spannend zu gestalten.

+ Komplexes, abwechslungsreiches Kampfsystem
+ Stabile 60 fps
+ Gelungene Grafik
+ Sehr beeindruckende Zwischensequenzen
- Teils nervige Puzzles
- Recht dünne, vorhersehbare Story

Grafik: 90%
Gameplay: 88%
Sound: 76%
Spielspaß: 82%

Award!

81%














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